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09.03.2026

Interview mit Dozent Rafael Zegarra-Parodi


In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Osteopathische Medizin (Heft 1-2026) spricht unser Dozent Rafael Zegarra-Parodi über seinen Artikel, der im vergangenen Jahr im Open-Access-Journal „Healthcare“ veröffentlicht wurde. Der Titel des Artikels lautet: “Indigenous Epistemological Frameworks and Evidence-Informed Approaches to Consciousness and Body Representations in Osteopathic Care: A Call for Academic Engagement” (Dt.: Indigene epistemologische Rahmenkonzepte und evidenzbasierte Ansätze zu Bewusstseins- und Körperdarstellungen in der osteopathischen Behandlung: Ein Aufruf zum akademischen Engagement).

Hier ein Auszug aus dem Interview:
”In materialistischen Paradigmen wird Bewusstsein als emergentes Phänomen neuronaler Aktivität verstanden, das durch Erfahrung und Umwelt geformt wird. Im Gegensatz dazu wird in nicht-materialistischen Rahmenwerken oft angenommen, dass das Gehirn nicht Ursprung des Bewusstseins ist, sondern eine Struktur darstellt, die bewusste Erfahrung ermöglicht oder moduliert, ohne sie notwendigerweise zu erzeugen. Diese Rahmenwerke sind nicht außerhalb der gegenwärtigen Diskurse in klinischen Settings zu sehen. Der gegenwärtige Grundsatz der Osteopathie, der Körper–Geist–Seele umfasst, hat seine Wurzeln in indigenen epistemologischen Sichtweisen, in denen Körper untrennbar mit Geist, Umwelt und existenziellen Dimensionen verbunden sind – etwa damit, wie Individuen sich in der Welt verorten, zu anderen stehen und Leiden, Heilung sowie Lebensereignisse jenseits körperlicher oder psychologischer Kategorien interpretieren. Allerdings wird dieser Grundsatz in klinischen Kontexten oft ohne Bezug auf seine ursprünglichen ontologischen Fundamente mobilisiert. Das Anerkennen dieser Wurzeln ist wesentlich für eine personenzentrierte Versorgung in kulturell vielfältigen Kontexten – nicht zur Validierung als wissenschaftliche Modelle, sondern um die Integrität der bereits vorhandenen, aber konzeptionell fragmentierten Rahmen wiederherzustellen.”

Rafael Zegarra-Parodi wird am 14. Juni auf unserem Kongress einen Vortrag mit dem Titel „The evolution of the concept of ‘Spirit’ in osteopathy“ halten sowie einen Workshop mit dem Titel „The Dance of the Eagle and the Condor - exploring body representations in osteopathic care“.
Im Anschluss an den Kongress wird er einen eintägigen Post-Conference Workshop anbieten, der sich mit „Touch, Perception, and Clinical Experience in Osteopathic Care: Perspectives from Neuroscience, Medical Anthropology and Indigenous Epistemologies“ beschäftigt.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung zum Kongress und Post-Conference-Workshop finden Sie hier: https://rio-osteopathie.de/spiritualitaet_und_gesundheit

Die Fachzeitschrift „Osteopathische Medizin“, in der das Interview erschienen ist, ist die älteste Fachzeitschrift für Osteopathie in Deutschland und versteht sich als „unabhängiges medizinisch-wissenschaftliches Forum für alle Osteopathen“.








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