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29.10.2026

Von der PNI zur Spiritualität: Prof. Dr. Dr. Christian Schubert und die Geometrie der Seele


Am 30. November hält der Arzt, Psychologe, Psychotherapeut, Universitätsprofessor und Experte für Psychoneuroimmunologie, PNI, Prof. Dr. Dr. Christian Schubert seinen 90 minütigen Online-Vortrag "Geometrie der Seele und das integrative Einzelfallstudiendesign“. 

Wofür steht Prof. Dr. Dr. Christian Schubert und was erwartet die Teilnehmer seines Vortrags?

Prof. Dr. Dr. Christian Schubert verknüpft Psychoneuroimmunologie (PNI) und Spiritualität vor allem über ein ganzheitliches Menschenbild: Der Mensch besteht für ihn nicht nur aus Körper und messbaren biologischen Prozessen, sondern auch aus Psyche, Geist, Beziehungen, Biografie und einem möglicherweise immateriellen beziehungsweise spirituellen Anteil.

Die zentrale Verbindung

Schubert versteht PNI als wissenschaftliche Beschreibung der Wechselwirkungen zwischen Psyche, Gehirn, Nerven-, Hormon- und Immunsystem. Gedanken, Gefühle, Stress, soziale Beziehungen und psychotherapeutische Prozesse können demnach körperliche Regulationsvorgänge beeinflussen. In seinem Buch „Geometrie der Seele: Wie unbewusste Muster das Drehbuch unseres Lebens bestimmen“ stellt er die PNI deshalb als Gegenmodell zu einer rein mechanistischen Medizin dar, die den Menschen auf Körper, Zellen und Laborwerte reduziert.

Spiritualität erweitert dieses biopsychosoziale Modell um die Frage nach dem Sinn, der Verbundenheit und dem Immateriellen. Schubert kritisiert, dass moderne Medizin Geistiges, Seelisches, Soziales und Spiritualität häufig abspalte. Für ihn gehören diese Ebenen zur menschlichen Wirklichkeit zusammen und sind nicht sinnvoll isoliert zu betrachten.

Placebo, Glaube und „Immaterielles“

Eine wichtige Brücke bildet für Schubert der Placeboeffekt. Er deutet Placebo nicht lediglich als Täuschung oder unwissenschaftlichen Faktor, sondern als Hinweis darauf, dass Überzeugungen, Vertrauen, Hoffnung und die Beziehung zum Behandler körperliche Prozesse mitprägen können.

Seine Argumentation lautet sinngemäß: Eine Überzeugung oder Erwartung wirkt zunächst auf der psychischen beziehungsweise immateriellen Ebene. Diese kann über Stress-, Nerven- und Regulationssysteme körperliche Veränderungen beeinflussen. Deshalb sind Glauben, Vertrauen und Bedeutung nicht bloß „Einbildung“, sondern können physiologische Folgen haben.

Schubert bezeichnet dies ausdrücklich als „Brücke zur Spiritualität“. Er stellt dabei den Glaubensaspekt des Placebos in Beziehung zu dem religiös überlieferten Gedanken, dass dem Menschen „nach seinem Glauben“ geschehe.

Wichtig ist allerdings die begriffliche Unterscheidung: Die PNI kann psychologische und soziale Einflusswege auf den Körper untersuchen. Daraus folgt nicht automatisch ein wissenschaftlicher Nachweis religiöser Wahrheiten, eines Jenseits oder einer metaphysischen Weltordnung.

Körper, Seele und spirituelle Reise

Schubert geht teilweise über eine vorsichtige psychosomatische Interpretation hinaus und spricht von:

  • einem immateriellen Anteil des Menschen,
  • der Priorität von Geist, Seele, Sozialem und Kultur gegenüber dem rein Materiellen,
  • einer möglichen spirituellen Reise des Menschen,
  • Reinkarnation und religiösen Vorstellungen,
  • einer „Urquelle“, mit der Menschen sich wieder verbinden könnten.

Er beschreibt den Menschen damit nicht nur als biopsychosoziales, sondern als biopsychosozial-spirituelles Wesen. Spiritualität erscheint bei ihm als Gegenpol zu einem materialistischen und technokratischen Weltbild.

„Geometrie der Seele“

Auch sein Konzept einer „Geometrie der Seele“ verbindet naturwissenschaftliche beziehungsweise systemtheoretische Überlegungen mit spiritueller Deutung. Schubert überträgt das Prinzip der Fraktalität – also der Selbstähnlichkeit von Strukturen auf verschiedenen Ebenen – auf nichtstoffliche Aspekte wie Seele, Biografie, Familie und Gesellschaft.

Die Grundidee lautet: So wie sich Muster in einem Baum oder in biologischen Netzwerken wiederholen, könnten sich auch psychische, familiäre und gesellschaftliche Muster wiederholen. Daraus entwickelt er die Vorstellung, dass die Seele in größere, selbstähnliche Muster des Lebens eingebettet sei. Diese Idee verknüpft Schubert mit der Frage, ob der Mensch möglicherweise ein „Fraktal Gottes“ sei.

Zusammengefasst verknüpft Schubert PNI und Spiritualität auf drei Ebenen:

Wissenschaftlich:  PNI erklärt Wechselwirkungen zwischen Psyche, Gehirn, Stresssystemen und Immunsystem.

Psychosomatisch: Gefühle, Beziehungen, Erwartungen und Lebensgeschichte können körperliche Prozesse beeinflussen.

Spirituell-metaphysisch:  Geist, Seele, Glaube, Sinn und ein immaterieller Anteil gelten als grundlegende Dimensionen des Menschseins.

Mit dem integrativen Einzelfallstudiendesign hat Schubert ein Instrument entwickelt, das es erlaubt menschliche Gesundheit in seiner Komplexität zu erfassen und in seiner Entwicklung zu beurteilen.


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Prof. Dr. Dr. Christian Schubert: Online-Vortrag "Geometrie der Seele und das integrative Einzelfallstudiendesign“

30. November, 19.30 Uhr

DAUER: ca. 90 min.
TEILNAHMEGEBÜHR: Regulär: 50 EURO, Studierende: 37,50 EUR
ANMELDUNG: info@rio-osteopathie.de








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